Reisebericht Südafrika 2001 von Jörg und Tanja

Wir sind der Meinung, dass Südafrika eines der schönsten Länder der Erde ist. Wenn man die Naturschönheiten des sonnigen Südafrikas mit der Liebenswürdigkeit und kulturellen Vielfalt seines Volkes und der zauberhaften Tierwelt zusammenfügt, dann müssen selbst hartnäckige Kritiker der Meinung sein, dass die Südafrikaner mit einem traumhaften Land gesegnet sind. Besucht dieses faszinierende Land  und überzeugt Euch selbst von der Einzigartigkeit Südafrikas.

Unsere Reise beginnt am 22.3.2001 mit dem Flug von Stuttgart nach Frankfurt und weiter über Johannesburg nach Kapstadt. Für uns ist dies eine der schönsten Städte welche wir bisher gesehen haben. Den Nachmittag verbringen wir in dem renovierten alten Hafen von Kapstadt, der Viktoria & Alfred Waterfront. Das Panorama und das Flair dieser geschmackvoll restaurierten und neu gebauten Hotels, Restaurants, Einkaufszentren und Freizeiteinrichtungen vor der Kulisse des Tafelbergs, in Verbindung mit dem geschäftigen Treiben der vielen Boote und Segler in den Hafenbecken ist einfach eindrucksvoll. Zwar laufen hier massenhaft Touristen herum, doch man sieht auch viele Einheimische aller Rassen. Die Stimmung wirkt entspannt, und auf Freilichtbühnen werden Musik und künstlerische Darbietungen aufgeführt.

Singende Straßenkinder in Cape Town

Das Wetter zeigt sich heute wieder einmal von der besten Seite: wolkenloser blauer Himmel und fast völlige Windstille. Der ideale Tag für eine Fahrt mit der längsten Seilbahn zum Tafelberg, dem Wahrzeichen Kapstadts.

Vom "Bloubergstrand" aus hat man den atemberaubenden, tausendfach fotografierten Blick auf den Tafelberg und Kapstadt.

Es folgt eine der schönsten Straßen, die wir je befahren haben, der "Chapman's Peak Drive". Aus dem Sandstein einer Bergwand herausgesprengt und oberhalb der steil abfallenden Granitfelsen in ca. 120m über dem Meeresspiegel erbaut, bietet diese kurvenreiche schmale Straße gewaltige Ausblicke auf den tiefblauen Atlantik und auf die Bucht von Hout Bay.

Nach diesem Abstecher erreichen wir dann über eine steile Küstenstraße  das Cape of Good Hope Nature Reserve. Hier an der Südspitze der Kaphalbinsel existiert die Pflanzenwelt noch so, wie sie bei Ankunft der ersten europäischen Siedler überall in der Gegend vorhanden war. Der typische Cape Fynbos, dazu gehören hauptsächlich Proteen, Erika und Riedgewächse umfasst eine der artenreichsten Pflanzengruppen auf der Welt. Besonders die knochig aussehenden, in vielen Farben blühenden Proteen fallen ins Auge. Auch eine Reihe von Tieren kann man hier antreffen: zu den größten gehören Strauße, Buntböcke, Elands und Paviane. Vom Aussichtspunkt auf der Kapspitze (Cape Point), zu dem eine Kabelbahn hinaufführt, bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf das Kap der Guten Hoffnung, das der britische Seefahrer Francis Drake als das "Schönstes Kap der Welt" bezeichnet hat.   

Südlichster Punkt von Afrika

Franschhoek,  Paarl und Stellenbosch sind Zentren des wichtigsten Weinanbaugebiets Südafrikas. Von hier kommen renommierte Weine, die international große Anerkennung finden. Diese können wir bestens empfehlen. Über unseren gesamten Urlaub haben wir etliche Flaschen aller Art "vernichtet". Für das idyllische Stellenbosch, die zweitälteste Stadt Südafrikas, sollte man sich genügend Zeit nehmen. Die ganze Stadt steht unter Denkmalschutz. Nirgendwo in Südafrika gibt so viele kapholländische Häuser wie auf der mit Eichen gesäumten Dorp Straat. Die namhafte Universität mit etwa 15.000 Studenten gibt der Stadt ein lebhaftes, unverwechselbares Flair. Ein Bummel über Die Braak, den ehemaligen Dorfanger lohnt sich auf jedenfall.

 

Die Reise führte uns auf die berühmte, von Südafrikanern und Touristen gleichermaßen geliebten Garden Route. Sie erstreckt sich von der Mündung des Storms River bis etwa Mossel Bay vor dem Hintergrund der schroff ansteigenden Kapketten mit dichten, ursprünglichen Waldgebieten, weiten Buchten mit Sandstränden, Felsklippen, zahlreichen, aus den Bergketten kommenden Flüssen, Lagunen. Dazu bietet sie eine einzigartige prächtige Vegetation. Die Paul Sauer Bridge über die 130 m tiefe Schlucht des Storms River ist die erste der großartigen Brücken an dieser Strecke. Nach 12 km geht nach links die Zufahrt zum Tsitsikamma National Park ab. Der kleine Abstecher bis an die Küste lohnt sich, um einen Eindruck von diesem Nationalpark zu gewinnen. Da der Meeresboden hier steil abfällt, wird die großartige Brandung nicht gebrochen. Bei Ebbe kann man in den entstehenden Meerwassertümpeln allerlei Meeresgetier bewundern. Der Wald, der die Hänge der steilen Küste bedeckt, besteht aus etwa 800 Jahre alten Gelbholzbäumen, die bis 50 m hoch sind. Der berühmteste der südafrikanischen Wanderwege, der Otter Trail, nimmt hier seinen Ausgang. Eine Tagesetappe haben wir hier gemeistert und wurde von einer atemberaubenden Landschaft belohnt.

Die Berghänge zwischen Plettenberg Bay und Knysna tragen die größten einheimischen Waldbestände Südafrikas, die einst als begehrte Hölzer für Möbel- und Schiffbau genutzt wurden. Im Garden of Eden, der 16 km hinter Plettenberg Bay von einem Parkplatz aus zu erreichen ist, können Sie auf einem relativ kleinen Gebiet die Baumriesen - Yellowwood, Stinkwood, Ironwood – bewundern und sich vorstellen, wie die Wälder ringsum früher ausgesehen haben. Knysna, an einer großen Lagune mit einem schmalen Ausgang zum Meer, war bis zum Bau der Eisenbahn der bedeutendste Ausfuhrhafen dieses Gebiets und hat noch heute eine bedeutende Möbelndustrie. Auf der Weiterfahrt von Knysna durchquert man den Wilderness National Park mit seinen großen Seen, die ehemals Lagunen waren und durch einen Dünengürtel vom Meer getrennt sind. Hinter dem hübschen Ferienort Wilderness auf die Brücke über den Kaaimans River achten. In Richtung Meer sieht man hier auf die oft fotografierte Eisenbahnbrücke, die den Fluß kurz vor seiner Mündung überquert und über die zweimal am Tag (außer sonntags) der Dampfzug Outeniqua Choo-Tjoe fährt. 

Weiter führte uns die Reise über  die Touristenmetrople Durban  ins Zululand. Hier waren wir von der herrlich grünen Landschaft sowie den tänzerischen Vorführungen der Zulus begeistert.

Im Herzen des Maputalands am zauberhaften Shazibe See inmitten der Welt größten Dünen liegt die Sodwana Bay Lodge, in welcher wir uns für 2 Tage niedergelassen hatten. Diese wurde mit größter Sorgfalt gebaut, um allen ökologischen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Schnorchel- und Tauchreviere hier am weltberühmten Sodwana Bay Riff zählen zu den besten Riffs der Welt. Wir haben uns stundenlang im klasklaren Wasser getummelt und die artenreiche und bunte Unterwasserwelt bewundert. Dies ist eines der schönsten Erlebnisse, die man in freier Natur erleben kann.

Nur rund eine Autostunde von der Sodwana Bay entfernt, liegt der "Greater St. Lucia Wetland Park". Eine Bootsfahrt auf dem Lake St. Lucia ist absolut zu empfehlen. Neben den Hippos (Flußpferden ) sind vor allem zahlreiche Krokodile sowie Seeadler zu sehen.

 

Absoluter Höhepunkt unserer Südafrikareise waren die beiden Nationalparks "Krüger Park" und "Hluhluwe-Umfolozi Nationalpark". Da wir ein Bestimmungsbuch dabei hatten (das ist in einem Tierpark auch dringend anzuraten), folgt nun eine Auflistung der Tiere, die wir während mehrerer Pirschfahrten im eigenen Mietwagen gesehen haben: Gnus, Kudus, Büffel, Zebras, Löwen, Nashörner, Hyänen, Blesböcke, Giraffen, Impalas, Wasserböcke, Elefanten, Flußpferde, Warzenschweine, Paviane, Schakale, Moschusböckchen, Warane, Schildkröten, Mistkäfer, faustgroße Schnecken, 20cm lange Tausendfüßler und unzählige Vögel wie Silberreiher, Sattelstörche, Jacanas, Marabus, Natalfrankolin, Riesentrappen, Perlhühner, Waffenkibitze, Ohrengeier, Kampfadler, Kaptauben, Schildraben, Gelbschnabeltokos, Vierfarbenwürger, Dominikanerwitwen, Rotschulterglanzstare, Maskenweber, Graufischer, Zwergbienenfresser, Bindennektarvögel, Wiedehopfe, Schwalben, und noch einige andere, die wir nicht genauer bestimmen konnten. Diese detaillierte Aufstellung soll nur einen Eindruck vermitteln, wie unglaublich Artenreich die beiden Parks sind und wie viel man bei einer Pirschfahrt zu sehen bekommen kann. Wer noch nie zuvor selbst durch ein Tierreservat gefahren ist, kann unsere Begeisterung vielleicht nicht verstehen. Aber gerade der Reiz die Tiere selbst zu suchen und zu entdecken hat uns so gut gefallen. Dazu gehört allerdings auch etwas Geduld, denn manchmal sieht man über eine halbe Stunde lang kein Tier. Dafür ist es aber außerordentlich aufregend, wenn man eine Begegnung mit einem Tier hat, vor dem man auch in einem Auto nicht unbedingt sicher ist (z.B. Nashorn, Büffel oder Elefant). Mal so eben schnell aussteigen, wenn man auf die Toilette muss, geht natürlich nicht. Dafür muss man zu einem der Rastplätze oder zum nächsten Camp gelangen, das manchmal viele Kilometer entfernt sein kann.

Elefanten auf dem Weg zum Wasserloch

Ein sehr misstrauischer Büffel!!

Familienausflug einer Affenfamilie

Die größten Elefanten auf der Erde gibt es in Südafrika. Im Vergleich zu unserem Mietwagen wirklich eine Nummer größer!!!

Ein Löwe beim Faulenzen

Nashorn in Angriffslaune!!

Zebrafamilie auf Nahrungssuche

SUNSET in Südafrika. Der absolute Traum........

Der Blyde River hat in diesem Gebiet eine 20 km lange, an manchen Stellen bis 700 m tiefe Schlucht in den uralten Granit der Großen Randstufe geschnitten und so den drittgrößten Canyon der Erde, den "Blyde River Canjon"  ein wahres Naturwunder geschaffen. Am Zusammenfluss des Blyde mit dem Ohrigstad River wurde ein kleiner Staudamm gebaut, so daß man von den Aussichtspunkten nicht nur einen überwältigenden Ausblick auf das Lowveld hat, sondern auch auf den hier entstandenen Stausee.

Heute Morgen fahren wir in aller Frühe zu einem absoluten landschaftlichen Höhepunkt, dem innerhalb des Ressortgeländes liegenden Aussichtspunkt „World's End View“ mit freiem Blick auf den 800m tiefer liegenden Blyde River und die drei seltsam geformten Berggipfel mit der treffenden Bezeichnung „3 Rondavels“ (Rondavel = Rundhütte). Unbeschreiblich!

Nach diesem Highlight packen wir unseren Rucksack und wandern in den Canyon hinab. Der Weg ist mit auf den Felsen gemalten weißen Fußstapfen markiert und führt durch eine paradiesische Landschaft mit Urwäldern, Wasserfällen und Felsenplateaus eine Seitenschlucht hinunter. Manchmal ist es gar nicht so einfach die nächste Markierung zu finden, aber abgesehen von einigen kurzen Abstechern in die falsche Richtung kommen wir ganz gut zurecht. Auf dem Rückweg macht uns allerdings die brennende Sonne ganz schön zu schaffen und der Aufstieg ist sehr schweißtreibend. Zurück im Ressort lassen wir es uns im großen Swimmingpool gut gehen. Tanja und ich sind uns einig: der Weg hat sich gelohnt! Die ganze Zeit ist uns kein Mensch begegnet, was wir als sehr angenehm empfanden. Auch wenn es Ausnahmen gibt, gewinnt man den Eindruck, dass Südafrika noch weit vom Massentourismus entfernt ist. 

Ndebele Dorf bei Johannesburg

Die Frauen des Stammes gehen in der Botshabelo Mission ihren traditionellen Künsten nach, der Perlenstickerei und vor allem der Wandmalerei. Die Fassaden der "Umuzi" wie die "Ndebele" ihre Häuser nennen, tragen phantasievolle, geometrische Muster in schillernden heiteren Farben.

Victoria Falls in Zimbabwe

Gesamtlänge:    1708 m        Tiefe:    70 - 108 m    Lage: An der Grenze zwischen Zimbabwe und Sambia

David Livingstone entdeckte 1855 die Fälle, auf der Suche nach einer schiffbaren Handelsroute. Hier musste er erkennen, dass der Zambezi unüberwindlich ist. Benannt hat er die Viktoriafälle nach der damaligen Königin von England. Die Einheimischen bezeichnen dieses Naturwunder als “donnernden Rauch”, schon von weitem ist das Getöse der herabstürzenden Wassermassen zu hören und die aufsteigende Gischt zu sehen, die das umliegende Land bewässert und dadurch einen kleinen Regenwald geschaffen hat.

In Zimbabwe endete unsere knapp 4-wöchige Reise durch eines der schönsten Länder der Erde. Von den Zimbabwe Falls sind wir über Johannesburg und Frankfurt zurück nach Stuttgart geflogen, wo wir am 17. April wieder heil angekommen sind. Wenn Ihr mehr Infos ( Kartenmaterial, Reisekosten, Impfungen, Mehr Bilder etc. ) oder sogar den kompletten Bericht über diese Reise haben wollt, stehen wir Euch gerne dazu zur Verfügung ( E-MAIL: joerg.raible@t-online.de ). Bezüglich der Kriminalität in Südafrika werden wir besonders oft angesprochen. Wir haben in dieser Hinsicht keine negativen Erfahrungen gemacht. Allerdings hatten wir uns vorab sehr gut informiert und haben entsprechende Gegenden ( Soweto +  City von  Johannesburg, Transkei, Natal etc. ) gemieden.